Gesundheit

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Körpersymptome und Aufstellungen
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Seine ganze Struktur und Denkweise ist bis hin zu körperlichen Organen und sogar bis hin zur zellulären Ebene auf Systeme ausgerichtet.
Und so ist es auch sinnvollerweise möglich, Symptome oder auch Körperteile aufzustellen. Es mag befremdlich erscheinen, in einer solchen Aufstellung Aussagen und Gefühle eines Magens oder seitens der aufgestellten „Kopfschmerzen“ zu hören. Ob man der schamanischen Sicht folgt, dass alles im Leben auch eine Seele hat oder der psychologischen, dass diese Teile sozusagen Konstrukte meines eigenen Geistes darstellen und ich ihnen Leben einhauche, macht letzten Endes nur einen theoretischen Unterschied. Fakt ist, es wirkt oftmals.
Sinnvoll kann eine solche Symptom-Aufstellung sein, wenn man entweder vermutet, dass Krankheiten einen systemischen, familienbezogenen Hintergrund haben, oder wenn Symptome oder Krankheiten „psychosomatisch“ erscheinen bzw. sich durch sonstige Therapien, die eigentlich wirksam sein müssten, nicht bessern lassen.

Symptomaufstellungen gehören auch für mich zu den spannendsten Bereichen der Aufstellungsarbeit. Oft tun sich überraschende Verbindungen auf und häufig weisen hartnäckige Symptome auf „Knackpunkte“ im Familiensystem hin, die gesehen und gelöst werden wollen.
Wichtig ist es hier, exakt zu arbeiten.

Dazu ein Beispiel: Eine Frau leidet an äußerst heftigen Herzbeschwerden, die jeweils anfallsweise einsetzen und sie in Todesangst versetzen. Gleichzeitig treten auch noch andere Symptome in einem anderen Körperteil auf (Angaben hier absichtlich anonymisiert).
Eine gründliche schulmedizinische Abklärung hat nichts Greifbares ergeben.

In der ersten Aufstellung in Form einer Einzelarbeit stelle ich als Symptom die Herzbeschwerden auf und es kommt zu einer tiefgehenden Aufstellung, die nahelegt, dass die Klientin mit einer anderen Person im System, die unter Todesangst gestorben ist, verbunden war. Wir konnten eine gute Lösung finden.
Die Klientin berichtet einige Zeit später, diese Herzschmerzen mit Todesangst hätten tatsächlich sofort nachgelassen und wären nun seitdem nicht wieder aufgetreten. Ein schöner Erfolg, der in dieser Form auch nicht immer gelingen kann. Aber, so sagt sie weiter, die äußerst störenden anderen Symptome, die sie gar nicht richtig zur Ruhe kommen lassen würden, wären unverändert. Eine erstaunliche Feststellung, waren wir doch beide davon ausgegangen, dass diese Symptome mit den Herzbeschwerden zusammenhängen würden, da beides immer zusammen aufgetreten ist. Warum ist das eine gelöst, das andere nicht? Haben wir etwas übersehen?
Wir begeben uns in eine zweite Aufstellung. Hier ergibt sich, dass die Klientin durch dieses zweite Symptom offenbar mit einem Systemmitglied aus der gleichen Linie verbunden ist, das ebenfalls unter schwerwiegenden Umständen gestorben ist. Es gibt einige Parallelen im Schicksal, doch es geht um verschiedene Personen. Es macht also durchaus Sinn, dass nicht einfach beide Symptome auf einmal verschwinden!
Auch hier gelingt Gott sei Dank wiederum eine gute Lösung.
Ich warte mittlerweile recht gespannt auf die Rückmeldung und siehe da: Diese Symptome sind nach dieser zweiten Arbeit relativ schnell zurückgegangen. Seitdem ist die Klientin beschwerdefrei.

Dieser Fall hat mir wieder gezeigt, wie wichtig es ist, Hypothesen wirklich zu prüfen und nicht vorschnell zu verallgemeinern. Auch die verbreitete Herangehensweise der bildlichen Deutung von Körpersymptomen trifft den wahren Kern im Einzelfall meist nicht oder nur teilweise. Rüdiger Dahlke, Luise Hay und Co können so zwar Denkanstösse geben, aber in der Systemaufstellung zeigt sich oft überraschend ein ganz anderer Hintergrund als vermutet.

Nicht immer sind die Erfolge in der Aufstellungsarbeit so spektakulär, manchmal auch gar nicht möglich. Wenn andere sinnvolle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, lohnt sich nach meiner Erfahrung jedoch ein Versuch mit dieser Methode.

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